Der SBM Standard 2024 beschreibt systematisch, welche physikalischen, chemischen, biologischen sowie raumklimatischen Einflussgrößen in Innenräumen auftreten und wie Fachleute sie messen und bewerten.

Die Neufassung erschien im August 2024 als neunte Ausgabe und löst die Version von 2015 ab. Sie entstand unter Mitwirkung des Instituts für Baubiologie + Nachhaltigkeit (IBN) sowie zahlreicher Wissenschaftler und Praktiker, daher bietet sie einen konsistenten und belastbaren Referenzrahmen für Planung, Bau und Sanierung.

SBM: Ziel und Anwendungsbereiche im Bauwesen

Der Standard unterstützt Bauplanung und Bestandserhalt, weil er Messgrößen klar definiert und bewertbar macht. Planer berücksichtigen dadurch Emissionen aus Baustoffen, elektrische und magnetische Felder, Funkstrahlung, ionisierende Strahlung wie Radon, Bioaerosole sowie relevante Raumklimaparameter. Sanierungsbetriebe nutzen die Richtwerte, prüfen Ursachen, wählen geeignete Maßnahmen und dokumentieren Wirksamkeit. In der Restaurierung historischer Bauten schützt die systematische Vorgehensweise Substanz und Raumklima zugleich, daher reduziert sie Folgeschäden durch Feuchte, Schimmel oder chemische Reaktionen zwischen Materialien.

Struktur: Standard, Richtwerte, Leitsätze

Der SBM Standard 2024 gliedert sich in den eigentlichen Standard mit Untersuchungsfeldern, in Richtwerte für Schlafbereiche sowie in messtechnische Randbedingungen und Leitsätze. Die Richtwerte erhielten 2024 eine intensive Überarbeitung, dadurch unterscheiden Praktiker Belastungskategorien präziser und priorisieren Maßnahmen besser. Die Leitsätze beschreiben Grundprinzipien wie Vorsorge, Minimierung, Transparenz sowie nachvollziehbare Dokumentation, daher schaffen sie Vergleichbarkeit zwischen Projekten.

SBM: Kernthemen und typische Messgrößen

Für elektromagnetische Felder erfasst der Standard niederfrequente elektrische und magnetische Wechselfelder aus Netzbetrieb, hochfrequente Felder aus Funkdiensten sowie elektrische Gleichfelder. Bauakteure messen Feldstärken, Flussdichten und Leistungsflussdichten normnah und projektgerecht. Bei radioaktiven Einflüssen steht Radon im Fokus, daher empfiehlt sich eine standort- und nutzungsspezifische Bewertung. Chemische Risiken umfassen flüchtige organische Verbindungen, Formaldehyd, Lösungsmittel sowie spezifische Materialemissionen, dadurch rücken Auswahl und Verarbeitung emissionsarmer Baustoffe in den Mittelpunkt.

Biologische Faktoren wie Schimmel, Bakterien, Allergene und Feuchte zeigen sich über Sporenkonzentrationen, Materialfeuchten, Temperatur, relative Luftfeuchte sowie CO₂. Ergänzend betrachtet der Standard Lärm, Infraschall, Licht sowie Flimmern, weil diese Reize Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit beeinflussen.

Bedeutung für Planung, Materialien und Sanierung

Architekturbüros integrieren die Vorgaben in das Lastenheft, wählen Baustoffe mit geprüften Emissionen und gestalten Details gegen Feuchte- und Wärmebrücken. Bauleiter koordinieren Messpunkte, dokumentieren Baufortschritt sowie Qualitätsnachweise, dadurch sinken Risiken für Nacharbeiten.

Handwerksbetriebe sanieren belastete Bereiche zielgerichtet, wählen geeignetes Trocknungsregime, setzen Abschirmungen nur nach Messplan ein und prüfen das Ergebnis abschließend. In Bestandsgebäuden unterstützt der Standard die Ursachenanalyse, daher vermeidet er reine Symptombehandlung. Wenn Sachverständige oder Baubiologen einbezogen werden, liefern sie eine unabhängige Bewertung entlang der SBM-Methodik und schaffen belastbare Entscheidungsgrundlagen für Eigentümer, Verwalter sowie Nutzer.

SBM-Aktualisierungen gegenüber 2015

Die Fassung 2024 entstand neun Jahre nach der letzten Edition und ergänzt mehrere Standardpunkte um Bewertungshilfen, daher erleichtert sie die Einstufung komplexer Situationen. Gleichzeitig aktualisierte die Kommission die messtechnischen Randbedingungen, wodurch Messverfahren, Geräteeinsatz und Berichterstattung klarer und praxistauglicher ausfallen. Damit stärkt der Standard die vorsorgeorientierte Planung und die evidenzbasierte Sanierung im gesamten Lebenszyklus von Gebäuden.

Der SBM Standard 2024 verbindet Wissenschaft und Praxis, setzt klare Mess- und Bewertungsmaßstäbe und fördert gesundes, dauerhaftes Bauen. Projekte profitieren, weil Entscheidungen auf nachvollziehbaren Daten basieren und weil Planung, Materialwahl sowie Sanierung schlüssig ineinandergreifen.

Hierzu hat das IBN (Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit) Publikationen verfasst, die unter den folgenden Links publiziert sind :

https://www.baubiologie.de/downloads/SBM-2024-STANDARD.pdf

https://www.baubiologie.de/downloads/SBM-2024-RICHTWERTE.pdf?utm_source=chatgpt.com

https://www.baubiologie.de/downloads/SBM-2024-RANDBEDINGUNGEN.pdf?utm_source=chatgpt.com