Mykotoxikosen sind Krankheiten, die durch die Aufnahme von Mykotoxinen verursacht werden. Mykotoxine sind toxische sekundäre Metaboliten, die von bestimmten Schimmelpilzen produziert werden. Diese Pilze können auf Nahrungsmitteln, Futtermitteln oder an feuchtegeschädigten Wänden wachsen und dort Mykotoxine produzieren, die bei Verzehr gesundheitsschädliche Wirkungen auf Menschen und Tiere haben können.

Mykotoxikosen sind ernsthafte Gesundheitsrisiken, welche eine breite Palette von akuten und chronischen Symptomen hervorrufen, einschließlich Krebs, Leber- und Nierenschäden, und hormonellen Störungen hervorrufen können. Präventive Maßnahmen und strenge Überwachung sind entscheidend, um die Exposition gegenüber Mykotoxinen zu minimieren und die öffentliche Gesundheit zu schützen.

Mykotoxine und ihre Quellen

Aflatoxine: Produziert von: Aspergillus-Arten (insbesondere Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus)

Quellen: Erdnüsse, Mais, Baumwollsamen, Baumnüsse und andere Getreide.

Gesundheitsrisiken: Hoch karzinogen, kann Leberkrebs verursachen, akute Aflatoxinvergiftung (Aflatoxikose) kann zu Leberversagen führen.

 

Ochratoxin A: Produziert von: Aspergillus- und Penicillium-Arten

Quellen: Getreide, Kaffee, Trauben und Weinerzeugnisse.

Gesundheitsrisiken: Nephrotoxisch (schädigt die Nieren), karzinogen, kann das Immunsystem beeinträchtigen.

 

Fumonisine: Produziert von: Fusarium-Arten

Quellen: Mais und Maisprodukte.

Gesundheitsrisiken: Neurotoxisch, leberschädigend, kanzerogen, kann zu Neuralrohrdefekten bei Föten führen.

 

Zearalenon: Produziert von: Fusarium-Arten

Quellen: Mais, Weizen, Gerste, Hafer.

Gesundheitsrisiken: Östrogenartige Wirkung, kann Fortpflanzungsstörungen verursachen.

Trichothecene: Produziert von: Fusarium-Arten

Quellen: Getreide wie Weizen, Mais, Hafer.

Gesundheitsrisiken: Hemmen die Proteinsynthese, verursachen Immunsuppression und Gastroenteritis.

Symptome und Auswirkungen von Mykotoxikosen

Die Symptome einer Mykotoxikose variieren je nach Art des Mykotoxins, der Dosis und der Expositionsdauer.

Akute Vergiftung: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall.

Chronische Exposition: Leber- und Nierenschäden, Immunsuppression, Wachstumshemmung, Krebs.

Spezifische Symptome: Hormonelle Störungen (z.B. durch Zearalenon), neurologische Symptome (z.B. durch Fumonisine), Hautreizungen und Blutungen (z.B. durch Trichothecene).

Prävention und Kontrolle

Feuchte Wände und nasse Keller in Gebäuden: Nur schnelles und vollständiges sanieren und dekontaminieren, kann eine ungebremste Verteilung der Schimmelpilzsporen in den Räumen verhindern, oft ist baubiologische bzw. sachverständige Hilfe notwendig.

Ernte- und Lagerpraktiken: Gute landwirtschaftliche Praktiken (GAP) und richtige Lagerbedingungen (trocken, kühl und belüftet) können das Wachstum von Schimmelpilzen und die Produktion von Mykotoxinen minimieren.

Lebensmittelüberwachung: Regelmäßige Überprüfung von Lebensmitteln auf Mykotoxinkontamination. Verwendung von analytischen Methoden wie HPLC (Hochleistungsflüssigchromatographie) und ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay) zur Detektion von Mykotoxinen.

Gesetzliche Vorschriften: Viele Länder haben gesetzliche Grenzwerte für Mykotoxine in Lebens- und Futtermitteln festgelegt, um die öffentliche Gesundheit zu schützen.

Dekontaminationstechniken: Einsatz von Techniken zur Mykotoxin-Reduktion wie Sortierung, Reinigung, Erhitzen und Einsatz von Mykotoxin-bindenden Additiven in Futtermitteln.