Die Norm DIN EN ISO 3822-1 beschreibt ein standardisiertes Verfahren zur Messung von Geräuschen, die durch den Wasserdurchfluss in Armaturen und Geräten entstehen. Dabei legt sie klare Vorgaben fest, um reproduzierbare und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. Diese Messungen erfolgen unter Laborbedingungen, sodass äußere Störfaktoren ausgeschlossen werden.

Messaufbau und Prüfbedingungen

Für die Geräuschmessung nach DIN EN ISO 3822 Teil 1, wird eine spezielle Prüfstrecke verwendet, die aus einer Schallmesskammer, einem Prüfrohr und einer standardisierten Messapparatur besteht. Das Prüfrohr dient dazu, das Wasser gezielt durch die zu testende Armatur oder das jeweilige Gerät zu leiten. Zudem sind die Schallpegelmesser in einem bestimmten Abstand angeordnet, um eine exakte Erfassung der Geräuschemissionen sicherzustellen.

Die Temperatur des Wassers muss während der Messung konstant bleiben, da Schwankungen die Strömungseigenschaften beeinflussen könnten. Darüber hinaus ist der Wasserdruck ein wichtiger Faktor, der genau geregelt wird, um realistische Betriebsbedingungen zu simulieren.

Durchführung der Messung

Zunächst wird die Armatur oder das Gerät in die Prüfstrecke integriert und mit Wasser beaufschlagt. Der Durchfluss wird schrittweise erhöht, während die Schallpegelmesser kontinuierlich die entstehenden Geräusche erfassen. Anschließend erfolgt eine detaillierte Analyse der aufgezeichneten Werte.

Ein zentrales Kriterium bei der Bewertung ist der sogenannte Schalldruckpegel, der in Dezibel (dB) angegeben wird. Zusätzlich wird die Frequenzverteilung berücksichtigt, da hohe Frequenzen subjektiv oft als störender wahrgenommen werden als tiefe.

Bewertung und Klassifizierung

Nach der Messung erfolgt die Einstufung der Armatur oder des Geräts in eine der Geräuschklassen. Diese Kategorien ermöglichen eine einfache Vergleichbarkeit und dienen als Grundlage für eine Zulassung in bestimmten Gebäudetypen. Besonders in Wohngebäuden mit hoher Geräuschempfindlichkeit sind niedrige Schalldruckpegel gefordert.

Die Ergebnisse der Messung helfen Herstellern, ihre Produkte gezielt zu optimieren. Durch eine angepasste Bauweise oder spezielle Dämpfungssysteme kann die Geräuschentwicklung reduziert werden, was langfristig zu einer besseren Akzeptanz beim Endkunden führt.