Die DIN EN ISO 3382-2 beschreibt detaillierte Verfahren zur Bestimmung der Nachhallzeit in Räumen unter verschiedenen Bedingungen. Für die Messungen benötigt man ein präzises Messsystem, bestehend aus einem Schallpegelmesser, einem geeigneten Schallgeber und einer Software zur Datenanalyse. Der Schallgeber erzeugt entweder impulsartige Schallsignale oder pseudozufällige Rauschsignale, die im gesamten Raum gut verteilt sein müssen.
Für die Auswahl der Messpunkte gibt die DIN EN ISO 3382 Teil 2 klare Vorgaben, um eine repräsentative Erfassung der akustischen Eigenschaften des Raumes zu gewährleisten. Die Anzahl der Messpunkte hängt von der Raumgröße und dessen Geometrie ab, wobei mindestens sechs verschiedene Positionen vorgeschrieben sind. Diese Positionen sollten im Raum gleichmäßig verteilt sein, um eine homogene Abdeckung sicherzustellen und Reflexionen aus verschiedenen Richtungen zu berücksichtigen.
Die Messung erfolgt nach einem standardisierten Verfahren, bei dem der Schalldruckpegel über die Zeit aufgezeichnet wird, nachdem der Schallgeber abgeschaltet wurde. Zur Auswertung der Daten wird die sogenannte lineare Regression angewendet, um die Abklingkurve des Schalldruckpegels zu bestimmen. Daraus leitet man die Nachhallzeit ab, die als die Zeit definiert ist, in der der Pegel um 60 Dezibel abfällt.
Die Norm legt außerdem die Anforderungen an die Genauigkeit der Messgeräte fest, einschließlich der Frequenzabhängigkeit und der minimalen Zeitauflösung. Bei Messungen in unruhigen Umgebungen ist darauf zu achten, dass der Hintergrundlärm den Messvorgang nicht beeinflusst. Daher empfiehlt die Norm, Messungen bei möglichst geringem Störschall durchzuführen und gegebenenfalls geeignete Filter zu verwenden.
Zusätzlich gibt die Norm Hinweise zur Dokumentation der Messergebnisse, einschließlich der verwendeten Geräte, der Messpunkte sowie der Umgebungsbedingungen während der Messung. Die vollständige Einhaltung der Norm stellt sicher, dass die Ergebnisse reproduzierbar und normkonform sind.