Die DIN EN 1992-1-1, Teil des Eurocode 2, letzte Aktualisierung 03.20215, legt Bemessungs- und Konstruktionsregeln für Stahlbeton- und Spannbetontragwerke fest. Sie dient zur Gewährleistung von Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit unter unterschiedlichen Bedingungen. Die Norm umfasst allgemeine Regeln für Hochbaukonstruktionen und bezieht spezifische Anforderungen an Material, Belastungen und Umwelteinflüsse mit ein.

Zentrale Grundlage bildet das Teilsicherheitskonzept, bei dem Lasten und Materialeigenschaften mit Sicherheitsfaktoren bewertet werden. Die Bemessung erfolgt auf Basis des Grenzzustandes der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit. Beton- und Bewehrungsstähle werden durch Festigkeitsklassen und charakteristische Eigenschaften definiert, die für die Berechnung herangezogen werden.

Die DIN EN 1992 Teil 1 gibt Vorgaben für die Bemessung von Biege-, Druck-, Zug- und Schubbeanspruchungen sowie für die Rissbreitenbegrenzung. Mindest- und Höchstbewehrung werden zur Sicherstellung der Duktilität und zur Vermeidung vorzeitiger Versagen vorgegeben. Spannverluste bei Spannbetonbauwerken durch Schwinden, Kriechen und Relaxation werden in den Berechnungen berücksichtigt.

Zusätzlich werden Anforderungen an Bauteile in besonderen Expositionsklassen geregelt, beispielsweise unter chemischen Einflüssen oder Frost-Tausalz-Angriff. Vorgaben zur Betondeckung sichern den Korrosionsschutz der Bewehrung und erhöhen die Dauerhaftigkeit. Für Hochbauten gibt die Norm spezifische Regeln zu Decken, Wänden und Stützen vor, einschließlich konstruktiver Details wie Anker- und Übergreifungslängen.

Die Norm ergänzt die allgemeine Konstruktion durch Hinweise auf Erdbeben- und Brandschutzanforderungen, die in Spezialregelwerken weitergeführt werden.