DIN 1072 legt die Grundlagen für die Planung und Konstruktion von Straßen- und Wegbrücken fest und beschreibt die einwirkenden Lasten. Sie definiert spezifische Belastungsklassen, die maßgeblich für die Dimensionierung der Brückenbauteile sind, und berücksichtigt dabei die Verkehrsbelastungen. Besonders wichtig sind dabei die Achslasten von Fahrzeugen sowie die Lasten aus Fußgänger- und Radverkehr, die sich unterschiedlich verteilen können.
Die Norm beschreibt, wie die Eigengewichte der Brückenkonstruktion selbst, einschließlich der Fahrbahn und Geländer, bei der Berechnung zu berücksichtigen sind. Neben den statischen Lasten durch Verkehr und Bauwerk werden auch dynamische Effekte, wie zum Beispiel Brems- und Beschleunigungskräfte, detailliert behandelt. Zusätzlich bezieht die Norm Umwelteinflüsse wie Winddruck, Schnee- und Eislasten sowie Temperaturschwankungen in die Berechnungen ein, um eine ganzheitliche Sicherheit zu gewährleisten.
Die Vorgaben enthalten außerdem genaue Angaben zur Berechnung von Tragwerken, die in mehreren Spannweiten ausgeführt werden. Dabei geht es insbesondere um die Abtragung der Lasten durch die Auflager und deren Einfluss auf die Stabilität. Auch die Anforderungen an die Gründungen der Brücken, die die Lasten sicher in den Baugrund übertragen, finden detaillierte Berücksichtigung.
Ein weiterer Schwerpunkt der DIN 1072 ist die Berücksichtigung von Ermüdungserscheinungen, die durch wiederholte Belastungen entstehen können. Diese wirken sich langfristig auf die Dauerhaftigkeit der Konstruktion aus, weshalb entsprechende Sicherheitsreserven eingeplant werden müssen.
Die Norm fordert außerdem eine detaillierte Berücksichtigung von Überbauten, Fahrbahnbelägen und Schutzmaßnahmen gegen Korrosion, um die Lebensdauer der Brücke zu verlängern. Alle Vorgaben zielen darauf ab, die Sicherheit und Funktionalität der Brücken für den Verkehr dauerhaft sicherzustellen. Nur durch die strikte Beachtung der technischen Anforderungen können dauerhafte Stabilität und Zuverlässigkeit gewährleistet werden.