Die Norm DIN 1055-5 gibt die Grundlagen zur Ermittlung von Schneelasten und Eislasten für die Bemessung baulicher Anlagen vor. Sie berücksichtigt dabei klimatische Bedingungen, Bauwerksstandorte sowie die Geometrie der Tragwerke. Die Schneelasten werden anhand der charakteristischen Schneelast auf dem Boden sks_k berechnet, die für verschiedene Schneelastzonen und Höhenlagen definiert ist.
Die Norm teilt Deutschland in unterschiedliche Schneelastzonen ein, die sich auf historische Klimadaten stützen. Zusätzlich werden Anpassungen für Höhenlagen über 300 Meter berücksichtigt, um die realen Lasten genauer abzubilden. Die charakteristische Schneelast sks_k wird durch Multiplikation mit Form- und Lastverteilungsfaktoren an die Dachgeometrie und bauliche Gegebenheiten angepasst.
Dachformen und -neigungen
Für Dächer mit unterschiedlichen Neigungen und Formen wie Flachdächer, Pultdächer oder Tonnendächer gelten spezifische Lastannahmen. Der Neigungswinkel und die Schneerutschgefahr beeinflussen dabei die Lastverteilung erheblich. Bei Dächern mit Hindernissen, wie Schneefanggittern, erhöht sich die örtliche Schneelast, da der Abfluss behindert wird.
Eislasten werden in der Norm separat behandelt und sind vor allem bei Bauwerken mit exponierten Bauteilen wie Masten oder Seilen relevant. Diese Lasten entstehen durch Vereisung und die Gewichtszunahme infolge von Frost und Feuchtigkeit. Die Ermittlung erfolgt über definierte Eislastparameter, die je nach Region und Exposition unterschiedlich ausfallen.
Die Norm berücksichtigt zudem außergewöhnliche Lastfälle wie ungleichmäßige Schneeverteilungen durch Wind oder Abrutschvorgänge bei bestimmten Dachkonstruktionen. Solche Szenarien erfordern eine gesonderte Analyse, um die Tragwerksstabilität sicherzustellen.
Ingenieure sind angehalten, die Lastannahmen genau zu dokumentieren und mit den örtlichen Bauvorschriften abzugleichen. Dies gewährleistet eine zuverlässige Dimensionierung, die Sicherheit und Funktionalität unter Schneelast und Eisbelastung garantiert.