DIN 1055-2 legt die Bodenkenngrößen fest, die für die Berechnung von Einwirkungen auf Tragwerke durch Bodeneigenlasten oder Erddruck relevant sind. Die Norm beschreibt dabei spezifische Materialkennwerte wie die Schüttdichte, den Winkel der inneren Reibung und die Kohäsion. Diese Parameter sind essenziell, um die Stabilität von Baugruben, Fundamenten oder Stützwänden präzise zu berechnen.

Die Schüttdichte gibt die Masse eines Bodens pro Volumeneinheit an. Dabei berücksichtigt die Norm sowohl trockene als auch feuchte Zustände, da der Wassergehalt die Dichte beeinflusst. Zusätzlich definiert sie Werte für unterschiedliche Bodenarten wie Sand, Kies, Ton oder Schluff, die in Tabellen übersichtlich dargestellt sind. Diese Angaben ermöglichen es Ingenieuren, die Eigenlasten von Böden realitätsnah in die Bemessung einzubeziehen.

Der Winkel der inneren Reibung beschreibt die Scherfestigkeit des Bodens, die durch die Korngröße und die Kornform beeinflusst wird. Böden mit großen, eckigen Körnern weisen meist höhere Reibungswinkel auf als feinkörnige, runde Materialien. Dieser Wert ist entscheidend, um die Neigungswinkel von Böschungen oder die Stabilität von Erddämmen zu bewerten.

Die Kohäsion beschreibt die Haftkraft zwischen Bodenpartikeln, die vor allem bei tonhaltigen Böden relevant ist. Sie wirkt stabilisierend und beeinflusst die Berechnung des Erddrucks, der auf Stützwände oder Fundamente einwirkt. Zusammen mit der Schüttdichte und dem Reibungswinkel ermöglicht die Kohäsion eine präzise Ermittlung der Bodenlasten.

Ingenieure nutzen die Vorgaben der DIN 1055 Teil 2, um realistische Einwirkungen auf Tragwerke zu berechnen. Die Norm schafft eine verlässliche Grundlage für sichere und wirtschaftliche Bauwerke, die den Anforderungen an Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit entsprechen.