DIN 1053-100 legt die Bemessungsverfahren für Mauerwerk nach dem semiprobabilistischen Sicherheitskonzept fest und bietet klare Richtlinien. Das Konzept basiert auf Teilsicherheitsfaktoren, die Lasten und Materialwiderstände getrennt berücksichtigen, um eine zuverlässige Dimensionierung zu gewährleisten.

Die Norm unterteilt Mauerwerkskonstruktionen in unbewehrtes, bewehrtes und vorgespanntes Mauerwerk, wobei für jede Art spezifische Regeln gelten. Unbewehrtes Mauerwerk wird meist in Wohngebäuden verwendet, während bewehrtes Mauerwerk bei höheren statischen Anforderungen zum Einsatz kommt. Die Widerstandswerte der Materialien basieren auf genormten Druckfestigkeiten, die in Laborprüfungen unter kontrollierten Bedingungen ermittelt werden.

Das Sicherheitskonzept unterscheidet zwischen ständigen, veränderlichen und außergewöhnlichen Lasten. Für ständige Lasten, wie Eigengewicht, und veränderliche Lasten, etwa Wind oder Schnee, sind unterschiedliche Teilsicherheitsfaktoren definiert. Lastkombinationen werden mithilfe von charakteristischen Werten gebildet, wobei die ungünstigste Kombination maßgeblich ist.

Die Norm beschreibt detailliert, wie Druck-, Zug- und Schubkräfte im Mauerwerk berechnet werden. Besondere Beachtung finden dabei die Stabilität von Wänden sowie die Knick- und Biegeverformungen. Für die Bemessung sind spezifische Nachweise erforderlich, die Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Robustheit sicherstellen. Zusätzlich legt die Norm Anforderungen an die Fugenausbildung und den Einfluss von Materialeigenschaften fest.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Berücksichtigung von Dauerhaftigkeit und Einwirkungen aus der Umgebung. Feuchteschutz, Frostbeständigkeit und Temperaturverformungen müssen in der Planung einbezogen werden. Für die Ausführung sind detaillierte Angaben zu Baustellenbedingungen und zur Qualitätssicherung enthalten.

Insgesamt ermöglicht DIN 1053 Teil 100 eine präzise und praxisnahe Bemessung von Mauerwerksbauten, die sowohl Sicherheit als auch Wirtschaftlichkeit gewährleisten.