Die DIN 1052 regelt den Entwurf, die Berechnung und die Bemessung von Holzbauwerken und ist ein zentraler Standard im Holzbau. Sie umfasst allgemeine Bemessungsregeln sowie spezifische Regelungen für den Hochbau und gewährleistet die Sicherheit und Dauerhaftigkeit von Tragwerken aus Holz. Die Norm behandelt die konstruktiven Anforderungen, die Dimensionierung und die Prüfung von Bauteilen aus Vollholz, Brettschichtholz, Holzwerkstoffen sowie Verbindungen.

Für die Bemessung von Holzbauteilen werden die Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit berücksichtigt. Die Bemessung erfolgt nach dem Teilsicherheitskonzept, bei dem charakteristische Materialeigenschaften und Einwirkungen mit Sicherheitsfaktoren bewertet werden. Es sind Lastkombinationen für ständige, veränderliche und außergewöhnliche Einwirkungen zu berücksichtigen, um die Bemessungswerte der Tragfähigkeit zu ermitteln.

Ein zentraler Punkt der DIN 1052 ist die Berücksichtigung der Holzfeuchte, die wesentlich die Tragfähigkeit beeinflusst. Die Norm unterscheidet zwischen Gebrauchsklassen, die das Feuchteumfeld und die Expositionsbedingungen eines Holzbauteils beschreiben. Die Bemessungswerte der Festigkeit werden entsprechend der Holzart, der Holzqualität und den Gebrauchsklassen angepasst.

Für Verbindungen beschreibt die Norm detailliert die Bemessung von Dübelverbindungen, Nägeln, Schrauben, Bolzen und Holzverbindern. Es werden Mindestabstände, Einbindetiefen und Anforderungen an die Tragfähigkeit festgelegt. Für Verbundsysteme, beispielsweise in Brettschichtholz, gelten spezifische Vorschriften zur Sicherstellung der Stabilität und Festigkeit.

Zusätzlich werden Anforderungen an den Brandschutz und die Erdbebensicherheit im Hochbau behandelt. Bauteile müssen nachweisen, dass sie festgelegte Brandwiderstandsdauern oder Belastungen aus seismischen Einwirkungen tragen können.

Die Gebrauchstauglichkeit wird durch Verformungsgrenzen und Schwingungsanforderungen gesichert. DIN 1052 legt dazu zulässige Verformungen und Kriterien zur Rissbildung fest. Diese technischen Anforderungen gewährleisten, dass Holzbauwerke sicher, stabil und langlebig ausgeführt werden.