Die DIN 1045-1 regelt die Anforderungen für Planung, Entwurf, Berechnung und Bemessung von Bauwerken aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton. Sie stellt sicher, dass Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit gewährleistet sind. Die Norm berücksichtigt sowohl die Materialeigenschaften als auch Einwirkungen und Lastkombinationen, um Sicherheit und Funktionalität zu gewährleisten.
Sie wird ergänzend zu DIN EN 1992 in Verbindung mit den maßgeblichen Nationalen Anhängen angewendet.
Zentral ist die Definition von Betondruckfestigkeitsklassen und deren Zuordnung zu spezifischen Expositionsklassen. Diese berücksichtigen Umwelteinflüsse wie Feuchte, chemische Angriffe oder Frost-Tausalz-Einwirkungen. Der Grenzzustand der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit bildet die Grundlage für die Bemessung. Die Bemessung erfolgt dabei nach dem Teilsicherheitskonzept, welches Lasten und Materialwiderstände mit entsprechenden Sicherheitsbeiwerte belegt.
Für den Entwurf müssen konstruktive Vorgaben wie Mindest- und Höchstbewehrung, Schubbemessung sowie Rissbreitenbegrenzung eingehalten werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Einhaltung von Regeln zur Duktilität und zur Verankerung der Bewehrung. Bei Spannbetonbauwerken werden zusätzlich die Verluste aus Kriechen, Schwinden und Relaxation der Spannstähle berücksichtigt.
Die Norm berücksichtigt zudem besondere Anforderungen an Bauteile, die Feuer- oder Erdbebenbeanspruchungen ausgesetzt sind. Für den Brandschutz gelten definierte Mindestabstände zwischen Bewehrung und Betonoberfläche, um eine ausreichende Tragfähigkeit bei hohen Temperaturen zu gewährleisten. Ergänzt wird die DIN 1045 Teil 1 durch Vorschriften zur Ausführung und Qualitätssicherung.